Das Konzertstück für Vibrafon und sieben Schlagzeuger gehört zu Stefan Hakenbergs frühesten Kompositionen. Es entstand 1986 – zu einer Zeit also, da er selbst so alt war wie manche der Musiker, die am Projekt „Europas Junger Klang“ teilnehmen. Der hochvirtuose Solopart nutzt alle Möglichkeiten des Instruments und seiner besonderen Klangeigenschaften. Er „migriert“ auch zwischen den unterschiedlichen Welten, in denen das Vibrafon traditionell beheimatet ist – Jazzelemente finden sich hier ebenso wie komplexe Strukturen, die für die Neue Musik charakteristisch sind. Im äußerst differenziert gearbeiteten Percussion-Satz sind aber noch andere Einflüsse nachweisbar, die den jungen Komponisten prägten. So schlug sich in drei der sieben Schlagzeug-Partien seine Beschäftigung mit afrikanischen Trommeln nieder; die übrigen vier stehen eher in der Tradition des klassischen Schlagzeugs. Trotz der eigenwilligen Formgebung ist die Welt des romantischen Virtuosenkonzerts hier mitunter gar nicht so fern. Der Komponist überlässt dem Solisten den rhythmisch frei gestalteten Eingangsmonolog und schaltet in der Schlussphase des Werkes eine kurze Solokadenz ein, die den energiegeladenen Progress der Musik für einen Moment aufhält.

(Stefan Rütter, 2010)